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Presseberichte

04.02.2013 Fuldaer Zeitung

Dalbergstraße: Architekturbüros stellen Pläne vor
Von Hartmut Zimmermann
(Fulda) Wohn- und Geschäftshaus oder Firmenzentrale? Fünf Geschosse entlang der Straße oder markanter Hochbau mit siebenstöckigem „Hochpunkt“? Zwischen diesen Varianten entscheiden die städtischen Gremien, wenn es um die Zukunft von Fuldas vielleicht prominentester Baulücke, des Grundstücks Dalbergstraße 17, geht.

Spätestens seit Anfang Januar öffentlich wurde, dass die Werner Gruppe ihren Firmensitz aus Kalbach nach Fulda verlegen möchte, ist der Standort neben der Dalberg-Klinik im Blick vieler Menschen.

Nachdem sich sieben Planer für das Projekt interessiert hatten, lagen nach Ende des sogenannten Interessenbekundungsverfahrens fünf Entwürfe vor, aus denen der Gestaltungsbeirat zwei auswählte. Aus städtebaulich-qualitativer Sicht kam die Planung für die Werner-Firmenzentrale, vorgelegt vom Büro Reith + Wehner (Fulda), auf Rang eins. Doch auch der Entwurf des Fuldaer Büros Möller + Vey wurde von dem Beirat positiv bewertet.

Architekt Fred Vey hat im Auftrag eines Investoren-Duos ein Wohn- und Geschäftshaus entwickelt. Das Gebäude erstreckt sich über rund 41 Meter entlang der Dalbergstraße. Ausgehend von der Grundidee des Masterplans für das Areal, in dem neuen Quartier eine gute Mischung von Gewerbe- und Wohnnutzung zu bieten, soll das Objekt im Erdgeschoss Räume für einen oder mehrere Läden bieten und in oberen Geschossen straßenseitig Büro- und Kanzleiräume haben. Die nach Süden weisende Rückseite des Hauses ist dem Wohnen vorbehalten.

Zuerst sieben Interessenten
Im hinteren Bereich des Grundstücks in Richtung Franzosenwäldchen können, so Vey, zudem zwei „Stadtvillen“ Platz finden, von denen eine auch als Kindertagesstätte für das entstehende Viertel nutzbar sei. Nicht zuletzt dieser Aspekt gefiel dem Gestaltungsbeirat. Die Breite des Büro- und Geschäftshauses biete den dahinter Wohnenden zudem eine Abschirmung zur verkehrsreichen Dalbergstraße. Zudem soll das Gebäude, das wie die Dalbergklinik eine Höhe von rund 17 Metern erreicht, ein „Energie-Plus-Haus“ werden, also mehr Energie gewinnen, als es verbraucht.

Anders ist Manfred Reith bei seinen Plänen für die Wernersche Firmenzentrale vorgegangen: Er sehe die Petersberger- und Dalbergstraße als eine „Perlenkette“ mit unterschiedlicher Bebauung. In dieser Reihe zwischen den Neubauten der Dalberg-Höfe und dem Holiday Inn könne man auch „ein markantes Zeichen setzen“. Das möchte Reith mit einem Hochbau, der auf einem zwei Geschosse umfassenden Sockel sieben Geschosse, knapp 29 Meter hoch, aufragt.

Dieses, wie der Gestaltungsbeirat es nannte, „hohe Haus“ füllt allerdings nur 17 Meter der Grundstücksfront zur Dalbergstraße aus. Daneben soll auf dem zweigeschossigen Sockel eine Platanen-Bepflanzung eine Grün-Verbindung zum Areal des Alten Friedhofs andeuten. Die breit angelegte Basis nimmt den Eingang zum Werner-Gebäude auf. Eine Schaufensterfront bietet Präsentationsraum und öffnet den Sockel zur Dalbergstraße hin. Rückseitig, also hinter dem „hohen Haus“, soll nicht nur die Zufahrt zu den Tiefgaragenplätzen erfolgen, sondern auch ein gestuft angelegter „Quartiersplatz“ entstehen, erläutert Reith.

Quelle: Fuldaer Zeitung, 4. Februar 2013 I www.fuldaerzeitung.de

Fuldaer Zeitung



Marienschule: Gymnasium mit einmaliger Ortsidentität
2,5 Millionen Euro für Bauarbeiten am historischen Gebäude Haus Hildegard

Die Farbe der letzten Pinselstriche ist getrocknet und die Bauarbeiten am Fuldaer Mädchengymnasium „Marienschule“ sind vollendet. Mit dem Abschluss der zweiten Bauphase ist die Marienschule Fulda endgültig im 21. Jahrhundert angekommen.

„Wir hatten einen echten Kraftakt zu bewältigen“, betont Winfried Engel, Vorstandssprecher der Stiftung Marienschule, die Trägerin der katholischen Bildungsstätte ist. „Zum einen mussten wir den Umbau in die Schulentwicklung einordnen, zum zweiten gab es die Aufgabe der baulichen Umsetzung nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten und drittens sollte das erweiterte Raumangebot sinnvoll in das Schulkonzept eingepasst werden.“

Möglich wurde der Umbau erst, nachdem die Maria-Ward-Schwestern im Sommer 2009 wegen Nachwuchsmangel ihre personelle Präsenz reduzierten, und durch die freigewordenen Räumlichkeiten ein zusätzliches Platzangebot entstand. „Ein Teil der bisherigen Räumlichkeiten der Schwestern konnte bereits nach der ersten Umbauphase – in der die neue Mediathek, eine Lehrerbibliothek und diverse Kursräume entstanden – für den Lernbetrieb und das eigenständige Sammeln von Wissen genutzt werden“, erläutert Schulleiter Dr. Oswald Post. Die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts mit neuen, technisch hoch modern ausgestatteten Biologie- und Physikräumen sowie ein angemessenes Platzangebot für den Kunstunterricht, mache die Marienschule nun auch in Ausstattung und Technik zu einer zukunftsfähigen Schule, so die Verantwortlichen.

Finanzielle Zuschüsse
„Dass wir dieses Projekt überhaupt in Angriff nehmen konnten, lag vor allem daran, dass im Jahr 2009 von der Hessischen Landesregierung ein Sonderinvestitionsprogramm aufgelegt wurde und wir partizipieren durften“, erklärt Stiftungsvorsitzender Winfried Engel. Ein weiterer Glücksfall sei das Angebot der Stadt Fulda im Jahr 2011 gewesen, die Marienschule in das Bundes- und Länderprogramm „Energetische Modernisierung kommunaler Infrastruktur“ mit aufzunehmen. „Der Zuschuss beläuft sich auf 651000 Euro zuzüglich 218000 Euro kommunale Anteile. Zusätzlich haben sich auch der Landkreis Fulda und das Bistum Fulda mit finanziellen Zuschüssen beteiligt. Diese Gelegenheit mussten wir einfach beim Schopf packen, schließlich lag das geplante Finanzvolumen bei etwa 2,3 Millionen Euro und das hätten wir nicht alleine stemmen können“, sagt Engel. Durch die Finanzspritzen der öffentlichen Hand sei die gesamte Baumaßnahme mit dem Ausbau des Dachgeschosses und der energetischen Sanierung des Gebäudes – die ursprünglich in zwei Etappen bewältigt werden sollte – in einem Zug durchgeführt worden, so der Stiftungsvorsitzende.

Trotz aller finanziellen Hilfen musste die Stiftung Marienschule nachbessern. Aufgrund denkmalpflegerischer Aspekte erhöhte sich das Investitionsvolumen um 200000 Euro auf 2,5 Millionen Euro. Doch nicht nur die Finanzierung stellte eine Herausforderung dar.
„Die Aufgabe bestand darin, ein innerstädtisches Gymnasium mit historischer Bausubstanz neu zu strukturieren“, erläutert der verantwortliche Architekt Fred Vey vom Architekturbüro Möller + Vey in Fulda, der mit seinem Team bereits die erste Ausbauphase an der Marienschule durchgeführt hatte. „Haus Hildegard, an der Lindenstraße Ecke Nikolausstraße, ist ein Art déco-Gebäude des Expressionismus aus dem Jahr 1927, das in Backsteinbauweise errichtet wurde. Hier mussten neben dem Innenausbau auch die energetische Sanierung des Daches, der Fassade und der Fenster ausgeführt und mit Schallschutz zur Straßenseite versehen werden. Neben den strengen Kriterien der Denkmalpflege und dem Einbau der modernen Unterrichtsausstattungen war die Beibehaltung der einmaligen Ortsidentität der Marienschule, die sich von Schulbauten der sechziger und siebziger Jahre deutlich abhebt, vorrangiges Ziel der Bauaufgabe.“

Bevor die Sanierung beginnen konnte, wurde in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege ein Restaurator zur Befunduntersuchung angefordert, der gemeinsam mit der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Fulda, den Architekten, der Schulleitung und dem Projektbetreuer für die Stiftung, Hermann-Josef Walk, ein Konzept entwickelte. „Vorrangigste Aufgabe war zunächst, den Originalzustand des Gebäudes innen wie außen zu bestimmen“, erinnert sich Walk an die Anfänge der Sanierungsmaßnahme. So wurden beispielsweise die neuen schalldichten Fenster entsprechend der ursprünglichen Formen wieder hergestellt. bick

Quelle: Fuldaer Zeitung I www.fuldaerzeitung.de